Bau eines Hostels für College-Studentinnen in Itanagar

Ganz im Nordosten Indiens liegt der Staat Arunachal Pradesh. Hier liegt das Berg-Resort Itanagar, wo wir ein Wohnheim für College-Studentinnen unter der Leitung der Salesianer Don Boscos errichten wollen. DSie Gesamtkosten des Projekts liegen bei 199.431,81 € - wir werden uns ab 2004 anteilmäßig daran beteiligen.

Arunachal Pradesh wird von 25 Stämmen mit 110 Unterguppierungen bevölkert, die wegen der geographischen Gegebenheiten des Landes, (enge Täler, zahlreiche Flüsse, hohe Berge) relativ isoliert voneinander leben und auch ihre je eigene Sprache pflegen. Obwohl die Frauen in den meisten Stämmen eine sehr wichtige Rolle spielen und den Hauptanteil der Feldarbeit leisten, sind nur 44,27% des Lesens und Schreibens mächtig (gegenüber 64,07% der männlichen Bevölkerung). Auch sind Eheschließungen im Kindesalter (unter 14 Jahren) bei Mädchen stärker verbreitet als bei Jungen. Das Salesianer-College in Itanagar eröffnet jungen Männern und jungen Frauen aus der Tribal-Bevölkerung Chancen höherer Bildung. Für junge Frauen aus den abgelegenen Dörfern des Landes ist es jedoch nur möglich, diese Chancen zu nutzen, wenn ihnen eine Wohnmöglichkeit geboten wird. Zielgruppe des Projektes sind 198 junge Tribal-Frauen, die unabhängig von ihrer religiösen Orientierung, Sprache oder Stammeszugehörigkeit eine College-Bildung anstreben.
Das Hostel soll 198 jungen Frauen ein Studium ermöglichen. Da normalerweise den jungen Männern größere Bildungschancen eingeräumt werden, kann der Bau eines College-Hostels für junge Frauen auch das Bewusstsein für deren Recht auf Bildung stärken. Gebildete Frauen können Kenntnisse über zeitgemäße Landbaumethoden und Umweltschutz in ihre Dörfer vermitteln und sich z.B. auch für Gesundheitsfürsorge und Hygiene einsetzen.
Auf einem Grundstück, das von den Salesianern Don Boscos erworben wurde und das in Jully Village, 4km entfernt von Itanagar liegt, soll ein dreistöckiges Gebäude entstehen, das im Untergeschoss eine Küche, einen Speisesaal, einen Empfangsraum, im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen 4-Bett-Zimmer, und einige Zweibett-Zimmer bietet.

Jully Village, der Standort des Don Bosco College, liegt 4 km von Itanagar entfernt, der Hauptstadt des Bundestaates Arunachal Pradesh. Dieser erstreckt sich über ein Gebiet von 83.743 qkm und ist mit 1.096.801 Einwohnern sehr dünn besiedelt (13 Einwohner auf einen qkm). Es gibt 3482 Dörfer und 17 Städte in Arunachal Pradesh. 550.351 Einwohner sind den Tribals zuzurechnen, die isoliert in den engen Tälern und auf den Hügeln in den abgelegeneren Gegenden des Bundesstates siedeln. Sie gehören der tibeto-burmanischen Sprachengruppe an und haben 25 Sprachen und 60 Dialekte. Hauptsprachen in den Städten sind jedoch Assam, Hindi und Englisch.

80% der Arbeitskraft in den Gesellschaften der Tribals dient der Landwirtschaft. Das Klima ist feucht tropisch, auf den Höhen der Berge wird es jedoch sehr kalt. Je nach den klimatischen Gegebenheiten unterscheiden sich auch die erzeugten agrarischen Produkte. Es werden Mais, Weizen, Soja aber auch Reis, Kartoffeln und Zuckerrohr angebaut. Landwirtschaftliche Anbauflächen gehören meist einzelnen Familien, Wiesen und Wälder dem Clan und die Dörfer dem ganzen Stamm. Die Anbaumethoden sind oft sehr archaisch. Die Brandrodung ist verbreitet.

Die Menschen wurden lange Zeit nicht von fremden Religionen beeinflusst und pflegten ihren animistischen Glauben. Erst im 19. und 20. Jahrhundert drangen Hinduismus und Christentum zu den Tribals vor.

Die Gesellschaften der Tribals sind patriarchalisch organisiert. Die Söhne erben das Land ihrer Väter. Aber auch die Frauen spielen im Leben der Stämme eine große Rolle. 95% von ihnen sind in der Feldbestellung tätig. Außerdem kochen sie, suchen Brennholz, ernten und weben Kleider. Die Männer fällen Bäume, verkaufen und kaufen, hacken Holz, opfern Tiere und flechten Körbe. Die Kinderheirat ist verbreitet. Ein Drittel aller Mädchen werden vor ihrem 14. Lebensjahr einem jungen Mann zur Ehe versprochen. Die Frauen arbeiten auch noch, wenn sie hochschwanger sind. Auch für die Notwendigkeit der Nachsorge nach der Geburt besteht kein Bewusstsein. Die noch jungen Säuglinge werden den älteren Geschwistern überlassen, während die Mütter schon bald wieder mit der Feldbestellung fortfahren.

Zielgruppe des Projektes sind junge Frauen, die die ihnen gegebene Bildungschancen wahrnehmen möchten und damit auch Multiplikatoren für den Fortschritt auf ihren Dörfern werden können. Dazu gehört ein Bewusstsein für den notwendigen Schutz der reichen, natürlichen Ressourcen wie der tropischen Bäume, sowie des Pflanzen- und Tierbestandes. Dazu gehört aber auch das Wissen um die Notwendigkeit von Gesundheitsvorsorge und Hygiene. Besonders schafft höhere Bildung ein Bewusstsein für die Rechte der Frau, denen Praktiken wie die Kinderverheiratung entgegen stehen, nicht zuletzt aber auch die Tatsache, dass die Frauen in den traditionellen Dorfräten keine Stimme haben.

Ziele des Projektes sind:

• Jungen Tribal-Frauen Chancen auf höhere Bildung zu eröffnen
• Das Bewusstsein für die Rechte der Frauen zu stärken
• Fortschritt in Gesundheitsfürsorge, Hygiene und Heiratspraktiken erzielen
• Jungen Frauen Beschäftigungschancen in anderen Berufen als der Landwirtschaft eröffnen
Ein Grundstück, das den Salesianern Don Boscos gehört und in den Nähe des Don Bosco College gelegen ist, soll genutzt werden, um ein dreistöckiges Gebäude für ein Hostel für 198 junge Frauen zu errichten. Dieses soll von den Don Bosco Schwestern geführt werden, aber Eigentum der Salesianischen Kongregation bleiben. Das Gebäude soll im Untergeschoss eine Küche, einen Speisesaal, einen Empfangsraum; im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen 4-Bett-Zimmer und einige Zweibett-Zimmer umfassen.