Äthiopien:
Bau einer Elementarschule
 in Endaselassie, Shire-Tigray


 

Zielgruppe
Zielgruppe dieses Projektes sind Kinder und Jugendliche in der West-Zone der Region Tigray im Norden Äthiopiens, die als besonders benachteiligte, marginalisierte Region gilt. Mit etwa 5 Millionen Angehörigen und etwa 10 Prozent Bevölkerungsanteil sind die Tigray bzw. Tigrinnya nach den Oromo und den Amharen die drittgrößte ethnische Gruppe von Äthiopien. Auf Grund des fast 20 Jahre währenden Bürgerkriegs unter der Militärherrschaft von Menghistu, durch wiederkehrende Dürreperioden, verbunden mit Hungersnöten, aber auch durch behördliche Ignoranz verelendete die Region und die Bevölkerung verarmte. Viele Kinder leben auf der Straße. Die medizinische Versorgung ist völlig unzureichend, es fehlen Krankenhäuser, Ärzte und Pflegepersonal. Der Bildungssektor in der Region ist ebenfalls vernachlässigt. Von 2 Mio. Kindern unter 15 Jahren gehen nur 12% zur Schule. Die West-Zone von Tigray weist die geringste Dichte von Schulen im Landesvergleich auf, die Klassenstärke beträgt im Durchschnitt 100 Kinder.

Ziele des Projektes
Primäres Ziel ist, 600 Kinder pro Jahr an der Elementar- bzw. Sekundarschule in Endasellassie zu unterrichten, um ihnen eine bessere Lebensperspektive zu bieten. Darüber hinaus sollen sie durch Sport- und Freizeitangebote - auf dem Gelände sind auch mehrere Sportplätze, eine Mehrzweckhalle und eine Bücherei geplant - "von der Straße" geholt und ihnen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten gegeben werden. Längerfristig werden damit nicht nur die Chancen Einzelner auf eine bessere Lebensperspektive erhöht, sondern es wird eine Verbesserung der gesamten sozio-ökonomischen Situation der Bevölkerung erreicht

Projekthintergrund
Äthiopien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt: Im Entwicklungsindex der Länder nimmt es Platz 168 von 174 ein. 25 Mio. von den 70 Mio. Einwohnern leben mit einem Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 1 $ pro Tag in absoluter Armut. Die epidemische Ausbreitung des HIV/Aids-Virus hat in Äthiopien mehr als 1 Mio. Kinder zu Waisen gemacht. Nach aktuellen Schätzungen sind 6% der Bevölkerung infiziert, darunter 1.100.000 Frauen und 230.000 Kinder. Tigray, im Norden des Landes gelegen, ist eine der am meisten vernachlässigten Regionen Äthiopiens, was sich schon unter der Imperialherrschaft Haile Selassies manifestierte. Die Militärherrschaft von Mengisthu (1977-1991) provozierte einen 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg, der zur Zerstörung der Infrastruktur und weiteren Verarmung der Bevölkerung führte. Zyklisch wiederkehrende Dürreperioden verursachten einschneidende Rückgänge im Landwirtschaftssektor, vor allem in der Schafzucht. Für die Bevölkerung waren Hungersnöte die Folge, die letzte im Jahr 2002. Die Salesianer sind in Äthiopien durch vielfältige Aktivitäten für Kinder und Jugendliche bekannt, insbesondere der Einsatz von Brother Cesare Bullo. Er hat in Addis Abeba ein Programm zur Versorgung von HIV-Kleinkindern sowie ein Straßenkinderprojekt initiiert, das auch Familienberatungs- und -unterstützungsprogramme beinhaltet. Daneben unterhalten die Salesianer in Addis Abeba eine Grund-, Mittel- und Oberschule, ein Jugendzentrum, ein Oratorium und Pränoviziat. In Adigrat, Adua, Debre Zeit und Gambela betreiben die Salesianer Jugendzentren, in Adua, Gambela und Makallè Technische/berufsbildende Schulen.

Maßnahmen und Aktivitäten
Der geplante Gesamtkomplex umfasst ein Schulzentrum für den Elementar- und Sekundarbereich: 12 Klassenräume à 50 Plätze , 4 Multifunktionsklassen à 40 Plätze, eine Bibliothek, Computerräume und Werkstätten. Außerdem sind ein Büroblock, eine Multifunktionshalle, ein Fußball-, ein Volleyball- und ein Basketballplatz, ein Salesianer- und ein Lehrerwohnheim sowie Sanitärräume geplant. Das Gesamtprojekt wird in Phasen realisiert. Für die erste und wichtigste, in sich abgeschlossene Phase bitten wir hier um Unterstützung beim Bau eines Elementarschulgebäudes mit 8 Klassenräumen. Die Einrichtung und Ausstattung des Schulgebäudes wird vom Projektträger als Eigenleistung erbracht. Für die übrigen Projektteile rechnen wir mit der Unterstützung der italienischen Bischofskonferenz.

 

Bilder vom Baubeginn in 2005