Starthilfe für Rumänien

Kein Tropfen auf den heißen Stein

Klaus Winter

 
Etwa 23 Millionen Menschen leben in Rumänien. Viele sind arm und haben keine Arbeit. An allen Ecken und Enden fehlt Geld - besonders für die Kinder. Seit 1999 hat das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ) deshalb im Land am Schwarzen Meer über 950 000 Euro für karitative Projekte zur Verfügung gestellt.


Schon seit geraumer Zeit unterstützt das HDZ die Cziebész-Stiftung in Siebenbürgen und konnte
 
 
Der Kindergarten öffnet seine Pforten. Dr. Winter mit kleinen Gästen.  
   

ihr vor zwei Jahren in Miercurea Ciuc eine vorbildlich geführte Sozialstation übergeben. Über 25 verschiedene Therapiegruppen treffen sich hier mehrmals pro Woche. Eine Zahnstation mit zahntechnischem Labor für mittellose Patienten und eine Armenapotheke ergänzen das Hilfsangebot (im Netz unter www.lazarush.ro).

Ebenso vorbildlich leitet die Franziskanerin Schwester M. Dolore Fischbacher das Waisenheim in Frumoasa, Siebenbürgen-Ostrumänien. Frumoasa ist ein armes Dorf in der Nähe von Miercurea-Ciuc. Die Einwohner stammen überwiegend von Ungarn ab, der Staat zeigt nur wenig Interesse, sie zu fördern. Nach langjährigen Mahnungen des Gesundheitsamtes musste der Bürgermeister den vom gefährlichen Pilz befallenen Kindergarten vor zwei Jahren abreißen lassen. Die 80 Kindergartenkinder wurden anschließend in einem größeren, älteren Haus notdürftig untergebracht.


Brot und Spiele
Hier im Dorf und in seiner nächsten Umgebung gibt es kaum Leute, die Geld für einen Dorfkindergarten übrig hätten. Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht Kinder vor dem Waisenhaus

 
    Land mit großen Problemen
Rumänien befindet sich auch nach dem Kommunismus in einer schwierigen Situation, nicht zuletzt durch die Geldentwertung - ein Euro entspricht 40 000 Lei. Nur langsam geht es bergauf.
Die Städte wachsen unaufhörlich. Von 23 Millionen Menschen leben inzwischen 65 Prozent in den Großstädten. Die Situation der Jugend ist besonders kritisch, weil sie kaum Zukunftschancen hat. Viele Jugendliche trinken, viele haben keine Werte mehr. Prostitution, Kinderarbeit, Straßenkinder, verarmte Waisenhäuser sind zusätzliche Probleme. Vernachlässigt sind die medizinische Versorgung und das Krankenhauswesen. AIDS, Hepatitis und andere Krankheiten greifen stark um sich. Das Land will im Jahr 2007 der EU beitreten.

 
   

von Schwester Dolore stehen und um Brot, Lebensmittel, Kleidung oder Schuhe betteln.

Ein Ganztagskindergarten, der auch eine warme Suppe austeilt, blieb aber nicht lange nur ein Wunsch des Bürgermeisters: In den vergangenen anderthalb Jahren konnte das HDZ auf unbürokratische Weise diesen Traum erfüllen. Mit Unterstützung von Schwester Dolore, dem Lazarus Orden in Rumänien und der Cziebész-Stiftung konnte der Kindergarten am 22.10. im Beisein des Vorsitzenden Dr. Klaus Winter und seiner Frau, der ansässigen Kommunalbehörde, der Kirche sowie der Eltern und betroffenen Kinder der Gemeinde Frumoasa feierlich übergeben werden.


Eine Chance für Straßenkids
Des Weiteren hat das HDZ mit dafür gesorgt, dass Lehrstellen eingerichtet werden. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), MAN und Renovabis hat das Hilfswerk insgesamt 80 000 Euro (von insgesamt 240 000 Euro Gesamtbauvolumen) in eine Autowerkstatt investiert, um Straßenkindern der Umgebung in Zukunft Ausbildungsplätze zu sichern. Das Gemeinschaftsprojekt wurde jetzt an die Cziebész-Stiftung übergeben und hat in diesen Tagen in Presse und Fernsehen für überaus positive Resonanz gesorgt.

Das Fodor-Haus, eine Anlaufstelle für Jugendliche, im Wert von 127 000 Euro ergänzt das HDZ-Programm in dieser Region.

Selbstverständlich hat Dr. Winter den Dank an die deutschen Zahnarztpraxen als Vermittler zu den Patienten ausgesprochen, denn nur durch deren Spendenbereitschaft können diese Projekte auch in Zukunft gefördert werden.

Dr. Klaus Winter
Am Paradies 87
37431 Bad Lauterberg


Kontakt und Anforderung von Unterlagen für die Altgoldsammlung: Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ), Postfach 21 32, 37081 Göttingen. Tel.: 0551-60 02 33, Fax: -60 03 13.


zm 23/2004, Seite 108